So steht es um den Wasserschutz
in Deutschland

DIE BIO-WAS­SERUHR

Rund 2,3 Mil­li­arden Kubik­meter Wasser –


so groß war die Menge des durch den Öko­landbau in Deutsch­land geschützten Was­sers im Jahr 2021.
Das zeigt die Bio-Was­seruhr der Qua­li­täts­ge­mein­schaft Bio-Mine­ral­wasser. Die Bio-Was­seruhr gibt einen ein­fa­chen und schnellen Über­blick dar­über, in wel­chem Umfang die Öko­land­wirt­schaft in Deutsch­land durch den Ver­zicht auf Schad­stoffe und die För­de­rung gesunder Böden zum Schutz der natür­li­chen Was­ser­vor­kommen bei­trägt. Sie zeigt damit gleich­zeitig, welche mone­tären Leis­tungen der Öko­landbau für die Gesell­schaft erbringt, da dieses Wasser direkt vor Ver­un­rei­ni­gungen geschützt ist und poten­ziell nicht durch teure Ver­fahren auf­be­reitet werden muss. Jeder geschützte Kubik­meter Wasser bedeutet also ein­ge­sparte Kosten.

Wie jeder Qua­drat­meter Öko­landbau das Wasser schützt

Nur Wasser, das als Nie­der­schlag auf von Schad­stoffen unbe­las­tete Böden fällt, kann zur Bil­dung reiner Grund­was­ser­vor­kommen bei­tragen. Öko­land­wirte ver­zichten bei der Bewirt­schaf­tung ihrer Flä­chen auf syn­the­ti­sche Kunst­dünger sowie auf Pes­ti­zide. Und was an Gift nicht aus­ge­bracht wird, kann auch nicht ins Grund­wasser gelangen.

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Die natür­li­chen Was­ser­vor­kommen, in deren Ein­zugs­ge­biet öko­lo­gisch gewirt­schaftet wird, sind somit vor mensch­ge­machten Schad­stoffen geschützt.

Zur Berech­nung des auf land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen geschützten Was­sers setzt die Bio-Was­seruhr des­halb drei Dinge ins Ver­hältnis:
1. die durch­schnitt­liche Menge an Nie­der­schlägen in Deutsch­land inner­halb eines Jahres,
2. die öko­lo­gisch bewirt­schaf­tete Fläche in Deutsch­land im ent­spre­chenden Jahr sowie
3. die durch­schnitt­liche Infil­tra­ti­ons­rate von Regen­wasser in den Boden, also den Anteil des Was­sers, das zur Neu­bil­dung des Grund­was­sers bei­trägt. Im Jahr 2021 betrug die Menge des geschützten Was­sers rund 2,3 Mil­li­arden Kubik­meter. Damit ver­deut­li­chen die Zahlen der Bio-Was­seruhr aber auch, dass für den flä­chen­de­ckenden Schutz des Was­sers in Deutsch­land noch großes Enga­ge­ment nötig ist und wir den Öko­landbau weiter vor­an­bringen müssen. Denn aktuell beträgt der Öko­landbau-Anteil an den deut­schen Agrar­flä­chen 10,9 Prozent.

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Schon wenig nutzt mehr

Die Bio-Was­seruhr setzt zur Berech­nung des durch Öko­landbau geschützten Was­sers aktuell eine sehr kon­ser­va­tive Infil­tra­ti­ons­rate an, die auch für den kon­ven­tio­nellen Landbau gilt. Dabei legen Stu­dien bei­spiels­weise des bun­des­ei­genen Julius Kühn-Insti­tuts nahe, dass jedes Plus an öko­lo­gisch bewirt­schaf­teter Fläche über­pro­por­tio­nale Vor­teile für den Schutz der Böden und damit des Was­sers hat, die den von der Bio-Was­seruhr ange­zeigten Wert noch­mals deut­lich ver­grö­ßern, wenn nicht sogar ver­dop­peln würden.

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Der Grund dafür ist ein­fach: Neben dem kon­se­quenten Ver­zicht auf Acker­gifte hat die öko­lo­gi­sche Bewirt­schaf­tung von Äckern näm­lich eine wei­tere ganz wesent­liche Eigen­schaft: Da die Böden eine deut­lich höhere bio­lo­gi­sche Viel­falt und locke­rere Struktur auf­weisen, errei­chen sie in wis­sen­schaft­li­chen Feld­ver­su­chen rund die dop­pelte Infil­tra­ti­ons­rate gegen­über kon­ven­tio­nell bewirt­schaf­teten Böden. Das Wasser sickert besser in den Boden ein und tritt unge­hin­dert seinen Weg in das Grund­wasser an. Mit anderen Worten: Jeder zusätz­liche Qua­drat­meter Öko-Fläche trägt über­pro­por­tional viel zur Neu­bil­dung von gutem Grund­wasser bei. Über­schwem­mungen und Boden­ero­sionen, wie sie vie­ler­orts nach starken Regen­fällen auf den Äckern zu beob­achten sind, sind auf Öko­flä­chen deut­lich weniger aus­ge­prägt. Zugleich för­dert der Öko­landbau den Humus­aufbau und damit die CO2-Spei­cher­fä­hig­keit sowie Frucht­bar­keit der Böden und stei­gert die Biodiversität.

Wirk­samer Schutz statt teurer Aufbereitung

Was die Öko­land­wirt­schaft für den Was­ser­schutz kon­kret wert ist, taucht übli­cher­weise in keiner Rech­nung auf. Tat­säch­lich lässt sich dieser Wert mit den Zahlen der Bio-Was­seruhr leicht abschätzen. Dazu reicht es, die Menge des durch Öko­landbau geschützten Was­sers in Rela­tion zu den übli­chen Auf­be­rei­tungs­kosten für Lei­tungs­wasser in von Rück­ständen der Inten­siv­land­wirt­schaft geprägten Regionen zu setzen.

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So ent­stehen Was­ser­ver­sor­gern für die Rei­ni­gung des Was­sers von Nitrat und Pes­ti­ziden zum Teil heute schon rund 65 Euro­cent Kosten pro Kubik­meter, die von den Haus­halten mit der Was­ser­rech­nung bezahlt werden müssen.

Dabei ist zu berück­sich­tigen, dass die Auf­be­rei­tungs­kosten in von Agro­chemie belas­teten Gebieten stetig größer werden, denn mit der Aus­brin­gung von immer mehr Schad­stoffen auf den Äckern steigen auch die Anfor­de­rungen an die Was­ser­auf­be­rei­tung. Und letzt­lich kann die Was­ser­auf­be­rei­tung auch mit größtem Auf­wand nur das tun kann, was schon begriff­lich in ihr steckt: Sie macht das Wasser nicht kom­plett rein, son­dern bereitet es so auf, dass gesetz­liche Grenz­werte für die ent­hal­tenen Schad­stoffe ein­ge­halten werden. Hier gilt das von der Zukunfts­kom­mis­sion Land­wirt­schaft ange­setzte Ver­hältnis: Die „Repa­ratur“ von Öko­schäden ist etwa zehnmal teurer als der Auf­wand, der für deren Ver­mei­dung anfällt. Der Öko­landbau bewahrt die Gesell­schaft somit vor erheb­li­chen Kosten: Das Wasser, das gar nicht erst ver­schmutzt wird, muss auch nicht teuer auf­be­reitet werden.

Der Mehr­wert für die Gesellschaft

Der gesell­schaft­liche Nutzen des Öko­land­baus für gutes Wasser lässt sich beson­ders gut ver­an­schau­li­chen, wenn er auf einen ein­zelnen Bei­spiel-Öko­landbau-Betrieb in einer ansonsten von Kunst­dünger- und Pes­ti­zid­ein­satz geprägten Region bezogen wird: Ein sol­cher 100 Hektar großer Hof schützt nach den Werten der Bio-Was­seruhr rund 129.000 Kubik­meter Wasser, das pro Jahr als Nie­der­schlag auf den Acker fällt und in den Boden einsickert. 

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Damit ent­lastet ein sol­cher Bei­spiel­be­trieb seinen regio­nalen Was­ser­ver­sorger um die Auf­be­rei­tung dieser Menge Wasser. Bei einem Auf­be­rei­tungs­preis von 65 Euro­cent pro Kubik­meter Wasser ergibt sich ein kon­kreter Gegen­wert von rund 84.000 Euro bzw. 840 Euro pro öko­lo­gisch bewirt­schaf­tetem Hektar.

Für eine vier­köp­fige Familie mit durch­schnitt­li­chem Was­ser­ver­brauch bedeutet dies kon­kret, dass sie pro Jahr rund 122 Euro an Kosten sparen könnte, wenn alle Bauern im Ein­zugs­ge­biet Ihres Was­ser­ver­sor­gers öko­lo­gisch wirt­schaften würden.

Es ist Zeit zu handeln

Wasser ist unser wich­tigstes Lebens­mittel – ohne sau­beres Wasser können kein Mensch, kein Tier und keine Pflanze auf diesem Pla­neten über­leben. Und viele haben sau­beres Wasser sehr lange als Selbst­ver­ständ­lich­keit betrachtet.

Doch das hat sich in den ver­gan­genen Jahren grund­le­gend gewan­delt: Wir erleben heute Dür­re­sommer und dass die Was­ser­ver­sorger tech­nisch immer anspruchs­vol­lere und damit auch teu­rere Ver­fahren anwenden müssen, um das Lei­tungs­wasser eini­ger­maßen von immer mehr mensch­ge­machten Schad­stoffen befreien zu können.

Das alles zeigt uns: Reines Wasser ist auch in unserem Land längst keine Selbst­ver­ständ­lich­keit mehr. Es ist höchste Zeit zu han­deln, wenn wir das wich­tigste Lebens­mittel auch für kom­mende Genera­tionen in bester Qua­lität sichern wollen. Es darf nicht sein, dass wir es durch den leicht­fer­tigen Ein­satz von Schad­stoffen in Indus­trie und Inten­siv­land­wirt­schaft in Gefahr bringen. Des­halb müssen wir genau hin­schauen und den Ein­trag von Chemie in das Wasser von Anfang an unterbinden.

Mit anderen Worten: Wir müssen end­lich kon­se­quent sein, aktiv gegen­steuern und das bewährte Mittel nutzen, das uns für den Schutz natür­li­cher Was­ser­vor­kommen heute schon zur Ver­fü­gung steht: der öko­lo­gi­sche Landbau, der auf künst­liche Dün­ge­mittel und Pes­ti­zide kon­se­quent verzichtet. 

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Wenn wir diesen flä­chen­de­ckend vor­an­bringen, sorgen wir auto­ma­tisch für reines Wasser. Zwar hat die Politik bereits das Ziel von 30 Pro­zent Anteil des Öko­land­baus an den land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen im Jahr 2030 vor­ge­geben. Doch liegt noch ein weiter Weg vor uns, denn die Zahl der öko­lo­gisch bewirt­schaf­teten Flä­chen muss sich in den kom­menden acht Jahren etwa ver­drei­fa­chen, um dieses Ziel zu errei­chen. Und das kann erst ein Anfang sein, denn im Sinne des kon­se­quenten Was­ser­schutzes brau­chen wir in den Ein­zugs­ge­bieten der wich­tigen Trink­was­ser­vor­kommen schnellst­mög­lich 100 Pro­zent öko­lo­gi­schen Landbau.

Mit der Bio-Was­seruhr zeigen wir, die Qua­li­täts­ge­mein­schaft Bio-Mine­ral­wasser, anhand von kon­kreten Zahlen, wie der Öko­landbau heute schon das Wasser in Deutsch­land schützt. Zudem lie­fert die Bio-Was­seruhr mit den ermit­telten Was­ser­mengen erst­mals Werte, die sich ein­fach ins Ver­hältnis zu den übli­chen Auf­be­rei­tungs­kosten für Lei­tungs­wasser setzen lassen. Damit lässt sich kon­kret in Euro aus­drü­cken, was wir als Gesell­schaft durch den Öko­landbau heute schon ein­sparen, weil das Wasser im Umfeld öko­lo­gi­scher Flä­chen nicht mehr von Pes­ti­ziden und Co. gerei­nigt werden muss.

Zugleich sind die Zahlen der Was­seruhr aber auch ein drän­gender Ver­weis darauf, dass wir zum flä­chen­de­ckenden Schutz des Was­sers noch einen Weg zu gehen haben und den Öko­landbau weiter aktiv vor­an­bringen müssen.

Gemeinsam arbeiten wir daran, dass sich die Zahlen der Bio-Was­seruhr zum Wohle von Mensch und Natur kon­ti­nu­ier­lich erhöhen.

“Reines Wasser ist auch in unserem Land längst keine Selbst­ver­ständ­lich­keit mehr.”

Man­fred Mödinger

Vor­stand der Qua­li­täts­ge­mein­schaft
Bio-Mine­ral­wasser

Geschütztes Wasser im zeit­li­chen Verlauf

Die Ent­wick­lung des durch Öko­land­wirt­schaft geschützten Was­sers in Deutsch­land seit dem Jahr 2000 in Mrd. Kubikmetern.

 

Öko­lo­gisch bewirt­schaf­tete Fläche
im zeit­li­chen Verlauf

Ent­wick­lung der Öko­landbau-Fläche in 1.000 ha 

Quellen: Bun­des­mi­nis­te­rium für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft, Struk­tur­daten zum öko­lo­gi­schen Landbau; Bun­desamt für Land­wirt­schaft und Ernäh­rung, Struk­tur­daten Öko­landbau 

Anteil des Öko­land­baus an der Gesamtagrarfläche

Ent­wick­lung der Öko­landbau-Fläche im Ver­gleich zur Gesamt-Agrar­fläche in Deutsch­land in Prozent

 

Quellen: Bun­des­mi­nis­te­rium für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft, Struk­tur­daten zum öko­lo­gi­schen Landbau; Bun­desamt für Land­wirt­schaft und Ernäh­rung, Struk­tur­daten Öko­landbau 

Wei­tere Informationen

Der Status Quo der Was­ser­ver­schmut­zung: Das Schwarz­buch Wasser

Die natür­li­chen Was­ser­vor­kommen in Deutsch­land sind stark gefährdet und befinden sich in teils kata­stro­phalem Zustand. Zu diesem Ergebnis kommt der aktu­elle Teil des „Schwarz­buchs Wasser“ der Qua­li­täts­ge­mein­schaft Bio-Mine­ral­wasser. Mit dem Schwarz­buch bietet die Qua­li­täts­ge­mein­schaft Bio-Mine­ral­wasser regel­mäßig eine Über­sichts­studie zum Zustand des deut­schen Grund- und Lei­tungs­was­sers. Die aktu­elle Aus­gabe stellt einmal mehr erheb­liche Belas­tungen mit Nitrat und Pes­ti­ziden sowie groß­flä­chige Ver­un­rei­ni­gungen durch per­flu­o­rierte Che­mi­ka­lien und Arz­nei­mit­tel­rück­stände fest. 

Der gesell­schaft­liche Mehr­wert des öko­lo­gi­schen Land­baus für gutes Wasser

Der enorme Nutzen des öko­lo­gi­schen Land­baus für den Erhalt gesunden Was­sers wurde bisher kaum bezif­fert. Man­fred Mödinger beschreibt in seiner die Bio-Was­seruhr ergän­zenden Studie den Nutzen des Öko­land­baus für den Was­ser­schutz und ordnet ihm einen mone­tären Wert zu. Damit lie­fert die Studie auch eine erste Dis­kus­si­ons­grund­lage dafür, welche finan­zi­elle För­de­rung des öko­lo­gi­schen Land­baus im Hin­blick auf den Was­ser­schutz ange­messen wäre.
 

Enga­ge­ment für den Was­ser­schutz: Die Bio-Was­ser­bauern für gutes Wasser

Der Schutz und die Bewah­rung der natür­li­chen Was­ser­vor­kommen in Deutsch­land ver­langt Enga­ge­ment – durch das Vor­an­bringen des Öko­land­baus und dar­über hinaus. Die Qua­li­täts­ge­mein­schaft Bio-Mine­ral­wasser und ihre Partner-Brunnen stellen sich gemeinsam der Was­ser­ver­schmut­zung ent­gegen, über­nehmen Ver­ant­wor­tung und werden dort aktiv, wo der Gesetz­geber bis­lang zu untätig ist. So, wie sich ein Öko­land­wirt von der Aus­saat bis zur Ernte um seine Feld­früchte küm­mert, tragen die Partner der Qua­li­täts­ge­mein­schaft als Bio-Was­ser­bauern dafür Sorge, dass das Wasser vom Ein­regnen in den Boden bis zur Abfül­lung in die Fla­sche best­mög­lich geschützt ist. Mehr zur Arbeit der Bio-Was­ser­bauern im Abschnitt zu
unseren Zielen.

Daten und Fakten zur Bio-Wasseruhr

Die wesent­li­chen Grund­lagen zur Bio-Was­seruhr und zum gesell­schaft­li­chen Nutzen des geschützten Wassers

Wie errechnet sich der Wert des durch Öko­landbau geschützten Wassers?

Der Berech­nung der Menge des durch Öko­land­wirt­schaft geschützten Was­sers liegen drei Werte zugrunde: die durch­schnitt­liche Menge an Nie­der­schlägen in Deutsch­land inner­halb eines Jahres, die öko­lo­gisch bewirt­schaf­tete Fläche in Deutsch­land im ent­spre­chenden Jahr sowie die durch­schnitt­liche Infil­tra­ti­ons­rate von Regen­wasser in den Boden. Für die Angaben zum Jahr 2021 dienen fol­gende Werte: ca. 1,8 Mil­lionen Hektar öko­lo­gisch bewirt­schaf­tete Flä­chen (Quelle: Bun­des­an­stalt für Land­wirt­schaft und Ernäh­rung und Bun­des­mi­nis­te­rium für Land­wirt­schaft und Ernäh­rung), 805 Liter Nie­der­schläge pro Qua­drat­meter (Quelle: Umwelt­bun­desamt) und eine durch­schnitt­liche pau­schale Infil­tra­ti­ons­rate von 16 Pro­zent (Quellen: Baye­ri­sches Lan­desamt für Umwelt und Lan­desamt für Umwelt Baden-Würt­tem­berg).

Wie errechnet sich der Wert des durch Öko­landbau geschützten Wassers?

Der Berech­nung der Menge des durch Öko­land­wirt­schaft geschützten Was­sers liegen drei Werte zugrunde: die durch­schnitt­liche Menge an Nie­der­schlägen in Deutsch­land inner­halb eines Jahres, die öko­lo­gisch bewirt­schaf­tete Fläche in Deutsch­land im ent­spre­chenden Jahr sowie die durch­schnitt­liche Infil­tra­ti­ons­rate von Regen­wasser in den Boden. Für die Angaben zum Jahr 2021 dienen fol­gende Werte: ca. 1,8 Mil­lionen Hektar öko­lo­gisch bewirt­schaf­tete Flä­chen (Quelle: Bun­des­an­stalt für Land­wirt­schaft und Ernäh­rung und Bun­des­mi­nis­te­rium für Land­wirt­schaft und Ernäh­rung), 805 Liter Nie­der­schläge pro Qua­drat­meter (Quelle: Umwelt­bun­desamt) und eine durch­schnitt­liche pau­schale Infil­tra­ti­ons­rate von 16 Pro­zent (Quellen: Baye­ri­sches Lan­desamt für Umwelt und Lan­desamt für Umwelt Baden-Würt­tem­berg).

Wie errechnet sich der Mehr­wert des Bio­land­baus für den Wasserschutz?

Schon allein für die Nitratre­du­zie­rung in einem Kubik­meter Lei­tungs­wasser fallen nach einem Gut­achten des Bundes der Energie- und Was­ser­wirt­schaft 0,40 Euro an (Quelle: Bun­des­ver­band der Energie- und Was­ser­wirt­schaft). Die Bio-Was­seruhr nutzt diesen Wert, wobei zu berück­sich­tigen ist, dass Berech­nungen anderer Insti­tu­tionen von teils deut­lich höheren Kosten für die Nitratre­du­zie­rung aus­gehen. Für die Redu­zie­rung von Pes­ti­ziden und deren Abbau­pro­dukten in einem Kubik­meter Lei­tungs­wasser fallen ver­schie­denen Pra­xis­bei­spielen zufolge Kosten von 0,25 Euro an. Die Auf­be­rei­tungs­kosten addieren sich somit auf 0,65 Euro pro Kubik­meter Wasser. Diese Zahl ent­spricht dem Mit­tel­wert einer Studie des Umwelt­bun­des­amts zu land­wirt­schaft­li­chen Kosten der Nitrat­be­las­tung für die Was­ser­wirt­schaft (Quelle: Umwelt­bun­desamt).

Mit der Zunahme der Schad­stoffe im Wasser ist damit zu rechnen, dass die Auf­be­rei­tungs­kosten in Zukunft weiter zunehmen werden. Ange­sichts zusätz­li­cher Ver­un­rei­ni­gungen etwa durch Arz­nei­mit­tel­rück­stände oder per­flu­o­rierte Che­mi­ka­lien planen bereits viele Stadt­werke eine zusätz­liche Rei­ni­gungs­stufe in ihre Was­ser­auf­be­rei­tung ein, die gene­rell mit Inves­ti­tionen in Höhe meh­rerer Mil­lionen Euro ver­bunden ist. Diese Inves­ti­tionen schlagen sich letzt­lich in den vie­ler­orts stei­genden Was­ser­auf­be­rei­tungs­kosten für die All­ge­mein­heit nieder.

Wie errechnet sich die genannte Ersparnis für eine vier­köp­fige Familie?

Der durch­schnitt­liche jähr­liche Was­ser­ver­brauch einer vier­köp­figen Familie in Deutsch­land beträgt laut der Trink­was­ser­sta­tistik des Bun­des­ver­bands der Energie- und Was­ser­wirt­schaft 188 Kubik­meter (Quelle: Bun­des­ver­band der Energie- und Was­ser­wirt­schaft). Dieser Wert wird ins Ver­hältnis der Auf­be­rei­tungs­kosten für Nitrat und Pes­ti­zide von 65 Euro­cent gesetzt.

Wie wird die Menge des Nie­der­schlags für die Neu­bil­dung von Grund­wasser ermittelt?

Der Bio-Was­seruhr liegt zur ein­fa­chen Ver­gleich­bar­keit eine pau­schale Infil­tra­ti­ons­rate der Nie­der­schläge in den Boden von durch­schnitt­lich 16 Pro­zent zugrunde. Dieser Wert leitet sich von Ver­öf­fent­li­chungen des Baye­ri­schen Lan­des­amts für Umwelt sowie der Lan­des­an­stalt für Umwelt Baden-Würt­tem­berg ab. Dem­nach werden 16 Pro­zent der Nie­der­schläge von den Böden auf­ge­nommen und gespei­chert, so dass sie der Neu­bil­dung von Grund­wasser zur Ver­fü­gung stehen. Das rest­liche Nie­der­schlags­wasser ver­dunstet oder wird von den ange­bauten Pflanzen benö­tigt. Dabei ist zu berück­sich­tigen, dass die Infil­tra­ti­ons­rate auf öko­lo­gisch bewirt­schaf­teten Flä­chen in der Praxis tat­säch­lich höher aus­fällt als auf kon­ven­tio­nell bewirt­schaf­teten Flä­chen (Quelle: Julius Kühn-Institut, „Ver­glei­chende Unter­su­chungen der Infil­tra­ti­ons­ei­gen­schaften von kon­ven­tio­nell und öko­lo­gisch bewirt­schaf­teten Böden, Mai 2009).

Wie hat sich die Fläche des Öko­land­baus in Deutsch­land entwickelt?

Die Öko­landbau-Flä­chen in Deutsch­land hatten im Jahr 2021 einen Anteil an der gesamten Agrar­fläche von 10,9 Pro­zent. Im Vor­jahr 2020 lag der Anteil bei 10,3 Pro­zent. Im Jahr 2015 lag der Anteil bei 6,5 Pro­zent, im Jahr 2010 bei 5,9 Pro­zent, im Jahr 2005 bei 4,7 Pro­zent und im Jahr 2000 bei 3,2 Pro­zent (Quelle: Bun­des­mi­nis­te­rium für Land­wirt­schaft und Ernäh­rung). Diese lang­jäh­rige Ent­wick­lung zeigt auch, dass der öko­lo­gi­sche Landbau in den kom­menden Jahren deut­lich höhere Zuwachs­raten als bisher benö­tigt, um das poli­ti­sche Ziel von 30 Pro­zent Anteil im Jahr 2030 zu erreichen.

Wie ist der Zustand der natür­li­chen Was­ser­vor­kommen in Deutschland?

Laut Umwelt­bun­desamt sind 34,8 Pro­zent, also mehr als ein Drittel aller Grund­was­ser­körper in Deutsch­land in che­misch bedenk­li­chem Zustand (Quelle: Umwelt­bun­desamt). Als Haupt­ur­sache nennt die Behörde Belas­tungen durch Nitrat und Pes­ti­zide aus der Land­wirt­schaft. Erschwe­rend hinzu kommt, dass die amt­liche Daten­lage in Deutsch­land zum Zustand der Grund­was­ser­vor­kommen lücken­haft und teils meh­rere Jahre alt ist oder erst mit jah­re­langer Ver­zö­ge­rung publi­ziert wird. Dies führt dazu, dass sich das ganze Ausmaß der Grund­was­ser­ver­schmut­zung nur erahnen lässt. Einen Über­blick gibt des­halb die Qua­li­täts­ge­mein­schaft Bio-Mine­ral­wasser mit dem Schwarz­buch Wasser. Im Jahr 2021 lagen dem­nach 26,7 Pro­zent aller Grund­was­ser­mess­stellen im deut­schen Nitr­at­mess­netz über dem der­zei­tigen gesetz­li­chen Nitrat-Grenz­wert von 50 mg/l. Das ist nahezu Rekord in der Euro­päi­schen Union. Zudem werden in Deutsch­land jedes Jahr rund 980 zuge­las­sene Pes­ti­zide und rund 48.000 Tonnen im Inland ein­ge­setzter Wirk­stoffe auf kon­ven­tio­nellen land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen aus­ge­bracht. Die Kon­se­quenz: Rund 60 Pro­zent aller Grund­was­ser­mess­stellen in Flä­chen-Bun­des­län­dern weisen Pes­ti­zid­ab­bau­pro­dukte auf, die nach­weisbar von land­wirt­schaft­lich genutzten Mit­teln stammen.