Ver­öf­fent­li­chung „Schwarz­buch Wasser – Teil II“

20. März 2018

Neu­markt, 20. März 2018. Die Qua­li­täts­ge­mein­schaft Bio-Mine­ral­wasser hat jetzt den zweiten Teil ihrer Über­sichts­studie zum Zustand des deut­schen Grund- und Trink­was­sers veröffentlicht.

Sie ergänzt und aktua­li­siert damit den im letzten Jahr ver­öf­fent­lichten ersten Teil des „Schwarz­buchs Wasser“, der deutsch­land­weit erst­malig Daten zu Was­ser­ver­schmut­zung aus Bund und Län­dern in einem über­sicht­li­chen Doku­ment zusam­men­fasste. Fokus­themen sind diesmal die Kon­ta­mi­na­tion des Grund­was­sers durch Pes­ti­zide, Her­bi­zide und ihre Abbau­pro­dukte sowie die Situa­tion in Hessen und Baden-Württemberg.

Die zen­tralen Ergebnisse:

  • Im deut­schen Grund­wasser wurden allein seit 2012 35 ver­schie­dene Pes­ti­zide und Her­bi­zide sowie zwölf ver­schie­dene Abbau­pro­dukte (Meta­bo­lite) dieser Stoffe gefunden.
  • Spit­zen­reiter ist dabei der Her­bi­zid­me­ta­bolit Des­phe­nyl­chlo­ri­dazon, das bereits in 63 Pro­zent der unter­suchten Grund­wässer nach­weisbar ist. Auf Platz zwei folgt Methyl­des­phe­nyl­chlo­ri­dazon, das in 40,2 Pro­zent der Grund­wässer vorkommt.
  • Diese Befunde sind gerade vor dem Hin­ter­grund alar­mie­rend, dass in Deutsch­land im Jahr 2015 mit 34.752 Tonnen reinem Wirk­stoff so viele Pes­ti­zide und Her­bi­zide ver­kauft wurden wie nie zuvor. Hinzu kommt, dass die gesund­heits­schä­di­gende Wir­kung dieser Stoffe der­zeit nicht abschätzbar ist. Das gilt vor allem dann, wenn sie bei der Lei­tungs­was­ser­auf­be­rei­tung mit anderen Che­mi­ka­lien in Kon­takt kommen und mit diesen reagieren.
  • In Baden-Würt­tem­berg finden sich bei 54,6 Pro­zent der Mess­stellen Süß­stoffe, die ein Indi­kator für eine gene­relle Ver­un­rei­ni­gung des Grund­was­sers sind, da sie in Labors ent­stehen und nor­ma­ler­weise nicht in der Natur vorkommen.
  • Sowohl in Hessen als auch in Baden-Würt­tem­berg stellen die sich bei Konsum von belas­tetem Wasser im Blut anrei­chernden per- und poly­flu­o­rierte Indus­trie­che­mi­ka­lien (PFC) ein großes Pro­blem dar: In Baden-Würt­tem­berg kommen sie mitt­ler­weile in 61 Pro­zent der unter­suchten Grund­wässer vor, in Hessen in 31,1 Prozent.

 

Dr. Franz Ehrn­sperger, Vor­sit­zender der Qua­li­täts­ge­mein­schaft Bio-Mine­ral­wasser: „Der jetzt vor­lie­gende zweite Teil des Schwarz­buchs Wasser zeigt leider noch­mals sehr deut­lich, dass im deut­schen Grund­wasser mitt­ler­weile Stoffe vor­kommen, die in unserem wich­tigsten Lebens­mittel ganz sicher nichts ver­loren haben. Dass Abbau­pro­dukte von Acker­giften aus der kon­ven­tio­nellen Land­wirt­schaft in 63 Pro­zent und per- und poly­flu­o­rierte Indus­trie­che­mi­ka­lien lokal in bis zu 61 Pro­zent der unter­suchten Grund­wässer vor­kommen, darf ein­fach nicht sein. Zumal wir, wenn wir ehr­lich sind, noch über­haupt nicht abschätzen können wie diese Stoffe auf die Gesund­heit der Men­schen wirken und sich zum Bei­spiel bei der Lei­tungs­was­ser­auf­be­rei­tung durch die dabei ein­ge­setzte Chemie weiter ver­än­dern. Es geht nicht an, dass die All­ge­mein­heit durch den leicht­fer­tigen Ein­satz dieser Stoffe in Indus­trie und kon­ven­tio­neller Land­wirt­schaft nicht nur die stei­genden Kosten für die immer stärker nötige Auf­be­rei­tung des Lei­tungs­was­sers, son­dern zusätz­lich auch noch das daraus ent­ste­hende Risiko zu tragen hat. Die Lösung kann da nur sein, ganz genau hin­zu­schauen und den Ein­trag von Chemie in das Wasser von Anfang an radikal zu unter­binden. Wir von der Qua­li­täts­ge­mein­schaft setzten der zuneh­menden Was­ser­ver­schmut­zung des­halb auch kon­se­quent unser Bio-Mine­ral­wasser-Kon­zept ent­gegen: Als neues Rein­heits­gebot für Wasser garan­tiert es mit strengen Grenz­werten den Ver­brau­chern näm­lich schon heute kon­trol­lierten Schutz vor Pes­ti­ziden und Co. und för­dert als pro-aktives Was­ser­schutz­kon­zept gleich­zeitig den Erhalt unseres wich­tigsten Lebensmittels.“

Die Studie, eine Über­sichts­grafik zur freien Ver­wen­dung sowie der erste Teil des Schwarz­buchs stehen hier zum Down­load bereit.