Qua­li­täts­ge­mein­schaft Bio-Mine­ral­wasser e.V. ver­öf­fent­licht „Schwarz­buch Wasser“

11. Juli 2017

Erste zusam­men­fas­sende Studie zum Zustand des deut­schen Grund- und Trinkwassers

Neu­markt, 11. Juni 2017. Die Qua­li­täts­ge­mein­schaft Bio-Mine­ral­wasser hat jetzt ihre Über­sichts­studie zum Zustand des deut­schen Grund- und Trink­was­sers ver­öf­fent­licht. Das „Schwarz­buch Wasser“ fasst erst­mals aktu­elle gesamt­deut­sche Daten zur Was­server-schmut­zung mit Daten aus fünf Bun­des­län­dern zusammen und kon­tras­tiert diese mit Zahlen aus Österreich.

Die zen­tralen Ergebnisse:

  • 36 Pro­zent der deut­schen Grund­was­ser­körper sind in che­misch schlechtem Zustand. Jedes der betrach­teten Bun­des­länder ist betroffen.
  • Eine Haupt­ur­sache sind Nitrate: Bun­des­weit liegen im defi­nierten „EUA-Nitr­at­mess­netz“ 28,0 Pro­zent aller Grund­was­ser­mess­stellen über dem der­zei­tigen gesetz­li­chen Nitrat­grenz­wert von 50,0 mg/l.
  • Aber auch andere Stoffe tragen zum schlechten che­mi­schen Zustand des deut­schen Was­sers bei: Bei 19,1 Pro­zent der erfassten Mess­stellen lassen sich Pes­ti­zide nach­weisen, bei 46,6 Pro­zent soge­nannte „nicht­re­le­vante“ Pestizidmetabolite.
  • Keines der unter­suchten deut­schen Fließ­ge­wässer ist noch frei von Medi­ka­men­ten­rück­ständen, was sich ins­be­son­dere für die Lei­tungs­was­ser­ge­win­nung aus Ufer­fil­trat als immer grö­ßeres Pro­blem erweist.
  • Hinzu kommt das „Trans­for­ma­ti­ons­pro­blem“, also das Ent­stehen hoch toxi­scher Stoffe aus den Rück­ständen in Ober­flä­chen und Grund­wasser im Laufe der Lei­tungs­was­ser­ge­win­nung, das nun erst­mals auch in einer staat­li­chen Ver­öf­fent­li­chung the­ma­ti­siert wurde.
  • Eine Trend­um­kehr lässt sich in Öster­reich fest­stellen: Hier liegen z.B. nur 8,6 Pro­zent der Mess­stellen über dem Nitrat­grenz­wert von 50,0 mg/l. Dies kor­re­liert mit dem Ausbau des dor­tigen Ökolandbaus.

 

Dr. Franz Ehrn­sperger, Vor­sit­zender der Qua­li­täts­ge­mein­schaft Bio-Mine­ral­wasser: „Die im Schwarz­buch fest­ge­hal­tenen Zahlen sind erschre­ckend und eine deut­liche Mah­nung, dass wir unser Wasser schützen müssen, bevor es end­gültig zu spät ist. Es darf ein­fach nicht sein, dass unser wich­tigstes Lebens­mittel weiter mit Stoffen belastet wird, die da nicht hin­ge­hören und deren tat­säch­liche Wir­kung auf Mensch und Umwelt noch nicht einmal abschlie­ßend geklärt ist. Hier nur auf den Gesetz­geber zu warten, reicht aller­dings nicht aus. Wir von der Qua­li­täts­ge­mein­schaft setzten der zuneh­menden Was­ser­ver­schmut­zung des­halb unser Bio-Mine­ral­wasser-Kon­zept ent­gegen: Als neues Rein­heits­gebot für Wasser garan­tiert es mit strengen Grenz­werten den Ver­brau­chern näm­lich schon heute kon­trol­lierten Schutz vor Pes­ti­ziden und Co. und för­dert als pro-aktives Was­ser­schutz­kon­zept gleich­zeitig den agro­che­mie­freien Öko­landbau. Denn lang­fris­tiger Was­ser­schutz wird nur gelingen, wenn man das Pro­blem kon­se­quent an der Wurzel packt und den Ein­trag von Schad­stoffen in unsere Böden von Anfang an radikal unterbindet.“

Die Studie sowie eine Über­sichts­grafik zur freien Ver­wen­dung können hier her­un­ter­ge­laden werden.